Über mich

Hallo, ich bin Janine


Traumaforscherin, Bloggerin, Mutmacherin, Impulsgeberin

Wirtschaftspsychologin (B.A.)

Yogalehrerin (BYV)

Janine über mich

Immer im Herbst, wenn die Tage kürzer werden, die Bäume ihre Blätter verlieren und ein mystischer Wind durch die dunklen Straßen weht, komme ich wieder in Kontakt mit der Dunkelheit, die sich über alle Facetten meiner Kindheit gelegt hat.

Es war der Herbst vor meinem neunten Geburtstag, als die Dunkelheit in meinem Leben überhand nahm. Ich schrie stundenlang lauthals und weinte gefühlt tagelang. Irgendetwas quälte meine Kinderseele, aber ich konnte es nicht mitteilen und fand keine Hilfe. Die Ohnmacht darüber drückte ich in heftigen Wutanfällen aus, in denen ich in unserer damaligen Wohnung randalierte und meine Spielsachen sowie die meines Bruders zerstörte. An den Händen entwickelte ich einen Waschzwang, gleichzeitig mied ich es, meinen Körper zu waschen. Ich wollte nicht mehr in meinem Bett schlafen, verweigerte das Essen und wehrte mich zur Schule zu gehen.

Janine LippeltMeine Eltern reagierten wenig liebevoll und völlig überfordert. Statt mit mir zu sprechen und mich zu begleiten, lockten sie mich eines Tages unter einem Vorwand ins Auto und brachten mich in eine Kinder- und Jugendpsychiatrie, wo ich mit Spritzen und Medikamenten ruhiggestellt und allein zurückgelassen wurde. Das war für mich als neunjähriges Mädchen der reinste Albtraum. Ich fühlte mich schrecklich hilflos und allein mit meiner Angst und Verzweiflung. Ich erinnere mich noch genau wie ich meine Eltern auf der Autofahrt anflehte mich nicht weg zu bringen. An die zweite Einlieferung ein Jahr später habe ich hingegen kaum Erinnerungen.

Überhaupt erinnere ich mich nur wenig und verschwommen an meine Kindheit. Erst an die Zeit ab meinem zwölften Lebensjahr habe ich wieder klare Erinnerungen. Zu dieser Zeit sind wir umgezogen und ich bekam endlich mein eigenes Zimmer. Trotz dieses Neubeginns gelang es mir nicht mit den Geschehnissen der Vergangenheit abzuschließen. Ich fühlte mich schuldig, weil ich glaubte in meiner Familie etwas kaputt gemacht zu haben. Außerdem schämte ich mich, weil ich annahm, jeder um mich herum hält mich für verrückt. Irgendwann glaubte ich das sogar selbst. Tief in meinem Innern ahnte ich jedoch, dass es eine Ursache für meine damaligen „Verhaltensauffälligkeiten“ gegeben haben musste. Ich hielt in meiner Familie jeden für fähig, mir etwas angetan zu haben. Der Verdacht, dass es etwas Sexuelles war, verschärfte sich, als ich anfing, mich für Jungs zu interessieren und bemerkte, wie groß meine Angst in Bezug auf körperliche Nähe war.

Irgendwie versuchte ich normal weiter zu leben und mit all den Belastungen zurechtzukommen. Partys, Drogen und Alkohol wurden zu meinem Anker. Über ein Jahrzehnt war ich süchtig nach Ablenkung und Betäubung. Ich hatte aber auch gelernt, gute Miene zum bösen Spiel zu machen. Nach außen hin zeigte ich mich stark und lebensfroh, habe es immer irgendwie geschafft, zu funktionieren. Meine inneren Qualen vergrub ich viele Jahre tief in mir drin.

Nachdem ich mithilfe einer Verhaltenstherapie irgendwann von den Drogen loskam, brachte mich eine Yogalehrerausbildung wieder mehr in den Kontakt mit meinem Körper und meinen Gefühlen. Im Alter von 35 Jahren kam dann nach einem Meditationskurs alles wieder hoch. Wochenlang begleitete mich eine anhaltende körperliche Anspannung. Ich fühlte mich wie unter Schock. Gefühle von Angst, Ablehnung und Minderwertigkeit begleiteten diesen Zustand.

Beim Sex mit meinem Freund holten mich dann eines Tages heftige emotionale und körperliche Flashbacks ein. Obwohl es keinen realen Auslöser gab, wurde ich von Angst, Ekel, Schuld und Scham überflutet. Ich stand völlig neben mir und fühlte mich hilflos wie ein Kind, dem gerade etwas Furchtbares angetan wird. Das wiederholte sich ab diesem Zeitpunkt bei allen Versuchen miteinander zu schlafen. Durch diese starken Trigger blieb mir keine Wahl mehr – ich musste mich dem Thema zuwenden! Und der erste Schritt bestand darin, mir endlich einzugestehen, was ich schon immer geahnt hatte: 

Es ist passiert, ich wurde als Kind sexuell missbraucht.

Ich musste lernen, mir und meinen Gefühlen zu vertrauen, auch wenn ich noch keine bewussten Erinnerungen in mir finden konnte. Das war und ist auch heute noch eine große Herausforderung, weil mein Selbstvertrauen und mein Selbstwertgefühl durch die Missbrauchserfahrungen und die fehlende Zuwendung durch meine Eltern zutiefst erschüttert wurden. Aus diesem Grund führte für mich auch kein Weg daran vorbei, den Kontakt zu meiner Familie abzubrechen.
Im Nachhinein weiß ich, dass das die beiden entscheidenden Schritte auf meinem Weg der Ganzwerdung waren – hin zu mir selbst und weg von den Stimmen meiner Verwandten, die mich so viele Jahre lang nicht ernst genommen und als krank bezeichnet haben.

Ich war fest entschlossen meine Traumatisierungen aufzuarbeiten. So habe ich meinen ganzen Mut zusammengenommen und mithilfe einer Traumatherapie der Realität meiner Vergangenheit ins Auge geschaut. Zeitweise war es so schmerzhaft, dass ich glaubte, daran zu zerbrechen. Manche der wiedergewonnenen Erinnerungen zogen mir fast den Boden unter den Füßen weg. Aber es war notwendig, endlich die Wahrheit (an-) zu erkennen und die Gefühle wieder einzuladen, die ich als kleines Mädchen unmöglich hatte aushalten können. 

Liebevoll und geduldig lerne ich jetzt mir selbst das zu geben, was mir meine Eltern nicht geben konnten. Fast ist es so, als würde ich dadurch erst jetzt erwachsen werden und herausfinden, wer ich hinter meinen zahlreichen Trauma-Überlebens-Strategien wirklich bin.

Janine

Was ich mit meinem Blog erreichen will

  • Dir mit meiner Geschichte Mut machen
  • Dir zeigen, dass Du nicht allein bist und das Heilung möglich ist
  • Dir Techniken und Methoden vorstellen, die mir auf meinem Weg geholfen haben
  • Meinem Herzen folgen – es flüstert mir zu, dass es nicht umsonst war, was ich durchleben musste
  • Offen über das Schreiben, was ich jahrzehntelang verdrängen musste
  • Mich sichtbar machen, mit allem, was mich ausmacht 
  • Endlich meiner Leidenschaft folgen – dem Schreiben!

Schreiben als Berufung

Ich habe mal gelesen, die eigene Berufung sei etwas, was man im Leben schon immer getan hat. Ich wusste lange nicht, was das bei mir sein sollte. In Wahrheit hatte ich es aber nur übersehen. Denn tatsächlich begleitet mich eine Herzenssache bereits seit meiner Kindheit –  das Schreiben!

Schon als junges Mädchen habe ich es geliebt, in der Schule Aufsätze oder Geschichten zu verfassen. Auch zu Hause schrieb ich Gedichte, Kurzgeschichten und Tagebuch. Sogar einen Liebesroman habe ich als Kind handschriftlich verfasst.

Im Schreiben konnte ich meiner Fantasie und Kreativität Ausdruck verleihen. Und es half mir, mit meinen Gefühlen umzugehen, für die es innerhalb meiner Familie keinen Raum gab. Außerdem war das Schreiben für mich die Brücke zu mir lieben Menschen, weil es mir schwerfiel, über mich und meine Gefühle zu sprechen.

Janine Lippelt

Das sagen meine Leser(innen)

Ich bin ganz berührt von deinem Blog & deinem ersten Beitrag. Das hat mich gerade genau an der richtigen Stelle abgeholt. Danke, dass du mich daran erinnert hast, dass meine heutigen Reaktionen auf meine Ängste jene spiegeln, die ich von meinen Eltern erfahren habe. Das hatte ich gar nicht mehr auf dem Schirm & macht so viel Sinn! Du schreibst ganz wundervoll und ich freue mich schon sehr auf deinen nächsten Beitrag! Danke dir, dass du dich zeigst.

Caro (29 Jahre)

Liebe Janine, du schreibst so spannend und von Herzen, dass man immer weiterlesen möchte! Der Blog ist eine wunderbare Sache und ich werde ihn auch gerne weiterempfehlen. Ich bewundere dich nicht nur für deinen Mut, sondern auch für die sehr professionelle Weise der Umsetzung und die wundervollen Texte! Meine ganze Hochachtung und ich werde dich immer wieder lesen.

Eva (52 Jahre)

Dies ist ein wunderbarer Blog und ich finde es unsagbar mutig, wie offen du dich deinen eigenen traumatischen Erfahrungen stellst und dich auch in aller Konsequenz damit zeigst! Ich wünsche dir, dass das in jeder Hinsicht wertgeschätzt wird! Ich bin mir sicher, dass du auf diesem Wege ganz viele Menschen erreichen und berühren kannst, die sich in deinen Worten wiederfinden und daraus Mut und Hoffnung schöpfen können. Mir geht es zumindest so!

Jenny (41 Jahre)

Deine Worte sind so echt, pur und klar. Ich spüre, dass du dich in voller Natürlichkeit und Tiefe zeigst. Ich lese Deine Beiträge mit Genuss, was ich sonst so gut wie nie bei Blogs mache, weil sie mich schnell langweilen und ich den Menschen dahinter nicht spüren kann. Bei dir nehme ich das jedoch ganz anders wahr. Danke für deine Transparenz, Sichtbarkeit und vor allem deinen Mut dich selbst in deiner Ganzheit zu zeigen. Ich lese sicher gerne noch mehr von dir!

Katrin (34 Jahre)

    Was gibt es sonst noch über mich zu wissen?

    Sternzeichen

    Im Winter 1983 kam ich als Steinböckin zur Welt. Durch meine Geburtszeit habe ich kürzlich herausgefunden, dass ich doch Schützin bin!

    Schlafgewohnheit

    Ich bin ein absoluter Nachtmensch! Meistens lande ich nicht vor 2 Uhr im Bett und selten stehe ich vor 10 Uhr auf.

    Wertebalance

    Bewusstseinsentwicklung und inneres Wachstum haben für mich hohe Priorität – Freude, Genuss und Humor genauso!

    Naturliebe

    Ich liebe ausgedehnte Spaziergänge, Wanderungen und Radtouren und beobachte gerne Eichhörnchen.

    Erdung

    Seit ich im Jahr 2020 meine ersten Barfußschuhe gekauft habe, laufe ich jetzt nur noch "barfuß"!

    Verantwortung

    Ich ernähre mich seit 9 Jahren vegetarisch und seit 7 Jahren zu 100% vegan.

    Schwäche

    Ich befürchte ich bin süchtig nach Kuchen und Schokolade.

    Vison

    Ich träume von einem eigenen Häuschen mit großem Gemüse- und Kräutergarten.

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    Aktuelle Beiträge

    2 Kommentare zu „Über mich“

    1. Liebe Janine,

      bin echt berührt von deiner Geschichte. Als ehemalige Arbeitskollegin von dir hatte ich keine Ahnung. Mir gefällt deine Natürlichkeit und Offenheit wie du alles erzählst. Ich werde deinem Blog auf jedem Fall folgen, auch wenn ich ganz weit weg bin, hahaha. Und ich wünsche dir von Herzen viel Erfolg damit, und dass du damit noch viele andere Menschen damit erreichst – das wäre wunderschön. Alles Liebe dir von ganzem Herzen

      1. Liebe Monika,

        wie schön von Dir zu lesen! Vielen herzlichen Dank für Deine liebevollen Worte, die mich wiederum sehr berühren. Ich freue mich, wenn Du meinem Blog aus der Ferne folgst und sende Dir ganz liebe Grüße nach Chile!

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